Das Anbaugebiet

Das Obstanbaugebiet Niederelbe erstreckt sich linkseitig des Elburstromtals von der Winsener Elbmarsch im Süd-Osten über das Kernegebiet des Alten Landes bis in die elbmündungsnaheen Landschaften Kehdingen und Hadeln im Nordwesten, sowie bis auf die Geest südlich der Elbe.

Bei den flussnahen Standorten handelt es sich überwiegende um angespültes (alluviales) Schwemmland, d.h. Marschboden, der zwischen einem Meter unter dem Meeresspiegel (Normalnull NN) bis 2 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Die weggespülten (dilluvilalen) lehmigen Sande der Geest befinden sich über 25 m über NN.

Die Jahresdurchnittstemperatur beträgt 8,6 °C, die Temperatur der Vegetationsmonate im April bis Oktober 13,6 °C. Im Jahresdurchschnitt fallen 740mm Niederschlag und die Anzahl der Sonnenscheinstunden beträgt 1500.

Bedeutung des Obstbaus

Das Alte Land ist das größte geschlossene Obstanbaugebiet Deutschlands. Erste beurkundet Hinweise auf die obstbauliche Nutzung dieser Region stammen aus dem Jahr 1312. Heute wird eine Fläche von über 10000 ha durch den Obstbau bewirtschaftet. Obwohl die Anzahl der Obstbaubetriebe in den letzten Jahrzehnten sich von run 4500 auf rund 750 Betriebe reduziert hat und auch die bewirtschaftete Fläche zurückgegangen ist, konnte durch eine Steigerung der Flächenproduktivität die Erntemengen gesteigert werden. Diese Entwicklung ist selbst für den Laien deutlich sichtbar: Während der Apfelbaum vor 50 Jahren eine bis zu 15m weite Baumkrone auswies, sind die heutigen Apfelbäume auf sogenannten schwachwachsenden Unterlagen veredelt, so daß die  jetzt ca. nur noch bis zu 3m hohen Bäume ein einem Abstand von ca. 1 m gepflanzt werden. Der Apfel ist die hauptsächlich angebaute Frucht, lediglich 10% der Obstbaufläche wird von Kirschen, Pflaumen und weiteren Obstsorten besetzt.